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Jan 13, 2022 |
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Wenn Realschüler zu Bankvorständen werden

Zinssätze festlegen, Kredite an Privat- und Firmenkunden vergeben, Aktienpakete schnüren, Mitarbeiter ausbilden, Entscheidungen über Filialen treffen und Marketing betreiben- alles das sind im realen Berufsleben Aufgaben von Banken und deren Vorständen.

Aber wie fühlt es sich an, eine Bank zu leiten? Diese Erfahrung machen derzeit Zehntklässler von der Kurfürst-Balduin-Realschule plus (KBR) in Wittlich. Im Wahlpflichtfach Wirtschaft und Verwaltung unter der Leitung von Lehrerin Ina Röper nehmen sie aktuell mit zwei Spielgruppen am bundesweiten Wettbewerb „Schulbanker“ teil, der vom Bundesverband der Banken organisiert wird.

Von Anfang November bis Mitte Februar stehen die Realschüler in Konkurrenz zu Schulen in Deutschland und Europa, müssen dabei immer neue Aufgaben erfüllen, und vor allem viel analysieren und Entscheidungen treffen.

„Jean Laurent“ und „Epic Bank“ heißen die beiden Wittlicher Spielgruppen, die bereits mehrere „Geschäftsjahre“ - jeweils eine Woche - hinter sich gebracht haben. Anfangs haben beide durch ihre Zinspolitik Lehrgeld bezahlen und sich bei der virtuellen Bundesbank mit Notkrediten eindecken müssen, um die Liquidität zu sichern, mittlerweile sprudeln die Bilanzgewinne. Mit rund vier Millionen Euro liegen sie knapp unter dem angestrebten Wert von sechs Millionen.

„Das sind schon verdammt viele Zahlen, die wir da in den Bilanzen studieren müssen, aber es ist richtig interessant zu sehen, welche Effekte zum Beispiel die Weltkonjunktur hat. Wenn man richtig in die Tiefe geht, ist es aber auch sehr kompliziert“, sagt Jamila, neben Elina, Angelina und Nicole eine der Namensgeberinnen von JEAN Laurent. „Es ist spannend, dass wir so selbstständig entscheiden können“, ergänzt Nicole.

Im Unterricht wird das Basiswissen erarbeitet, das dann im Projekt umgesetzt wird. Ina Röper nimmt zum dritten Mal mit KBR-Spielgruppen am Projekt „Schulbanker“ teil: „Das ist für Realschüler schon eine Herausforderung, die meisten Teilnehmer kommen von Wirtschaftsgymnasien und Fachschulen, die durch andere Unterrichtsfächer zum Beispiel ganz andere Grundlagen in Buchführung haben. Da sind wir schon so etwas wie ein Exot. Aber im Vorjahr hat es eine unserer Gruppen bis zum virtuellen Finale geschafft, das macht uns schon sehr stolz“, sagt die Sozialkundelehrerin: „Und die Schüler nehmen natürlich richtig viel mit fürs Berufsleben.“

Aus den beiden aktuellen Gruppen tendiert zwar noch niemand zu einer Bankausbildung, aber das Interesse an dieser praktischen Umsetzung von wirtschaftlichen Zusammenhängen finden alle spannend: „Wir verstehen so langsam, wie es läuft und sehen, wie das Bankengeschäft funktioniert, auch wenn dazu erst einmal viel Theorie nötig war. Es ist ein interessanter Ansatz, Geld zu investieren und dann zu sehen, ob unsere Entscheidungen richtig waren“, sagt Deniz von der Gruppe „Epic Bank“.

In einem ersten Schritt mussten die Gruppen einen Namen für ihre Bank finden und ein Logo erstellen, dann ging es mit ersten Zinsentscheidungen los, und der Frage, wieviel Filialen man eröffnet. Nun geht es ans Marketing und die Aus- und Fortbildung der „Mitarbeiter“, und wieviel Budget man für diese Bereiche aus dem Gewinn einsetzt. Je nachdem, wie erfolgreich die Schülerbanken arbeiten, steigt auch das Rating - ganz wie in der realen Wirtschaft auch.

Und wer nach dem Projektende im Februar unter den 20 besten Spielgruppen Deutschlands ist, wird Ende März zum Bundesfinale nach Berlin eingeladen. Um die eigenen Leistungen einordnen zu können, gibt es immer ein aktuelles Ranking - und auch Beispiele, wie andere Spielgruppen ihr Marketing betreiben. „Die Bank ihrer Zukunft“ ist zum Beispiel das Motto von Jean Laurent.

Nachdem die Schüler bereits gelernt haben, in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren, ist die nächste Aufgabe nach den Weihnachtsferien, aus verschiedenen Aktien und Anleihen einen eigenen Nachhaltigkeitsfond (Green Bond) zusammenzustellen.

Trierischer Volksfreund vom 22. Dezember 2021

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